Ab wann lohnt sich ein eigener Drucker

Um diese Frage zu beantworten müssen zunächst einige Dinge geklärt werden.
Viele Menschen haben einen Drucker im Privathaushalt stehen, wobei sich die Frage stellt, ob sie ihn überhaupt benötigen. Es war fast schon eine Revolution als die ersten Tintenstrahldrucker zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kamen. Endlich konnte musste man nicht mehr zum Copyshop um Unterlagen zu vervielfältigen. Vor allem aber das Ausdrucken der eigenen Urlaubsfotos in brillanten Farben auf Spezialpapier versetzte einen nicht selten in Staunen.
Diese Faszination hat jedoch mit dem Aufkommen des Smartphone und günstigen Druckmöglichkeiten in Drogeriemärkten deutlich nachgelassen. Drucken oder drucken lassen - diese Frage haben viele stillschweigend für sich beantwortet und haben Drucker und das zugehörige Verbrauchsmaterial links liegen lassen.
Für Menschen, die ohnehin nur unregelmäßig und wenig drucken, bietet ein Kopiershop die wirtschaftlich günstigere Alternative.

Doch was ist wenig und was ist viel?
Tintenstrahler erhält man bereits für 60 Euro. Ein nachgekaufter Satz Tintenpatronen liegt etwa beim gleichen Betrag. Davon ausgehend, dass eine Farbkopie etwa 40 Cent kostet, müsste man 150 Ausdrucke fertigen, damit sich das Gerät ohne Tintenpatronen innerhalb eines Jahres amortisiert.
Dies ist nur ein Beispiel. Auf diese Art kann man aber berechnen ob sich die Anschaffung eines eigenen Druckers rechnet.
Nicht eingerechnet sind dabei Tintenpatronen, die eintrocknen, falls das Gerät nicht regelmäßig genutzt wird. Daraus ergeben sich weitere Kosten. Die Reinigung der Patronendüsen erfolgt über Tinte aus den Tintenbehältern, die mit Hochdruck hindurchgeblasen werden. Meistens genügt das, um die Düsen von Farbresten zu befreien. Die dabei verbrauchte Tinte ersetzt einem aber niemand. Verfügt der Tintenstrahldrucker über einen permanenten Druckkopf und die Düsen lassen sich nicht reinigen, muss der Kopf ausgetauscht werden. Der Kostenpunkt hierbei liegt bei 70 -120 Euro ausgehend von einigen Canon-Modellen, und das auch nur dann wenn der Austausch nicht durch einen Techniker sondern in Eigenregie erfolgt. Ein teures Vergnügen, falls man dabei überhaupt noch von Vergnügen reden kann.

Eine andere Möglichkeit wäre seinen Nachbarn bei Bedarf um einen Ausdruck zu bitten. In diesem Fall muss aber ein gut nachbarschaftliches Verhältnis vorliegen. Mir persönlich wäre es unangenehm, wenn ich bei meinem Nachbarn drei Mal im Jahr danach fragen würde, sei er noch so nett. Ich würde mich fühlen als ob ich in seiner Schuld stehe, was ich nicht mag. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Zweite Möglichkeit im Falle von monochromen Drucken ist die Anschaffung eines Laserdruckers. Bei diesem Gerät trocknet nichts ein und auch nach Monaten des Stillstands ist der Druck genauso wie am ersten Tag. Es sei denn er wird in einem feuchten Keller gelagert. An diesem Standort könnte der Toner verklumpen und schlechtere Ergebnisse liefern. Für den Copyshop sprechen die schnellere Verarbeitungszeit auf deren Hochleistungsgeräten und die Möglichkeit auch Sonderformate zu erhalten.

Ist Drucken überhaupt noch nötig?

Fotos betreffend kann diese Frage mit einem klaren "Nein" beantwortet werden. Sie werden oft auf einem USB-Stick oder einer SD-Karte gespeichert und über den Fernseher oder PC angesehen.
Bei Unterlagen und Dokumenten, die für die Schule oder Universität benötigt werden lautet die Antwort "Jein".
Gedruckt oder kopiert werden müssen sie, aber nicht unbedingt auf einem eigenen Drucker.

Drucken am Arbeitsplatz

Gegensätzlich dazu verhält es sich in Unternehmen. Regelmäßig anfallende Arbeiten halten Drucker und Kopierer auf Trab. Speziell s/w-Kopierer verursachen niedrige Kosten per Seite. Jeden Tag zu einem Kopiershop zu gehen wäre in diesem Fall umständlich, wenig sinnvoll und extremst zeit- und kostenintensiv. Die Ausnahme bilden Arbeiten, die der eigene Drucker nicht bewerkstelligen kann.
Das Ausdrucken in einem Copyshop ist nicht immer die bessere Alternative.
Zusammenfassend sollten folgende Überlegungen vor dem Druckerkauf eine Rolle spielen:

  • wird der Drucker privat oder beruflich eingesetzt?
  • wie hoch ist das voraussichtliche Druckvolumen?
  • wird der Drucker regelmäßig eingesetzt?
  • was wird gedruckt?
  • welche Drucker-Technologie bietet sich für meine Zwecke an?
  • wie gestalten sich Schnelligkeit und Unterhaltskosten?

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.