Drucker kalibrieren

Einen Drucker zu kalibrieren bedeutet das Druckergebnis an vorgegebene Farben anzupassen.
Ein spezieller Blauton beispielsweise soll am Bildschirm in exakt diesem Farbton auf Papier wieder gegeben werden.
Um dies zu erreichen müssen sogenannte ICC-Profile erstellt werden. Auf beide Begriffe gehen wir in der nachfolgenden Übersicht genauer ein.
Bei der Kalibrierung bilden die Farbmischung, das zu bedruckende Medium und das ICC-Profil eine Einheit die zum gewünschten Ergebnis führt.

Drucker ICC-Profil erstellen

Durch ein passendes ICC-Profil, das heißt Farbprofil, werden Farbstiche oder eine falsche Farbwiedergabe vermieden. Blasse und dunkle Farben, sowie die Farbsättigung werden dem Original angeglichen.
Um die richtigen Farben zu erhalten bedient man sich eines Messgeräts, dem Spektral-Kolorimeter.
Im ersten Schritt wird ein Testdruck für eine bestimmte Tintensorte auf einem Blatt Papier mit Hilfe eines speziellen Geräts durchgeführt.
Dieses Gerät enthält Farbfelder, die mit Hilfe des Spektral-Kolorimeters ausgemessen werden. Je mehr Farbfelder für die Messung genutzt werden umso exakter fallen das ICC-Profil und damit das Druckergebnis aus.
Zu beachten ist dabei, dass das Farbmanagement beim Drucker und PC abgeschaltet sind. Nur dann kann ein Druck über die Hardware eingeleitet werden.
Da bei Papieren unterschiedliche Weiß-Töne und Beschichtungen auftreten benötigt jedes Papier ein eigenes Farbprofil. Dies muss bei der Kalibrierung beachtet werden um im Endergebnis eine professionelle Druckqualität zu erhalten.
Die einzelnen Schritte in der Übersicht:

  • Bild einscannen oder auf den Computer übertragen
  • Das gescannte Bild wird durch den Bildschirm visualisiert. Kleinere Farbabweichungen sind möglich
  • ein fehlerhaftes Bild wird mit Hilfe des ICC-Profils an die Kalibrierungssoftware weitergeleitet
  • Die Korrektur des Bildscans wird zurückgegeben
  • Die Korrektur bzw. das jetzt optimierte Bild wird farbecht gedruckt bzw. am Bildschirm angezeigt


Für die Drucker-Kalibrierung gibt es unterschiedliche Programme, wie Gimp oder Lightroom, die ein Farbprofil für Drucker und Papier erstellen können. Wichtig dabei ist immer das automatische Farbmanagement in den Druckeinstellungen zu deaktivieren.
Gleiches gilt für den Monitor. Ohne entsprechende Kalibrierung kommt es zu Farbabweichungen im Druckergebnis. Grund dafür sind die unterschiedlichen technischen Einstellungen für die Darstellung der Farbräume. Monitore verwenden in den meisten Fällen den RGB (rot-grün-blau) Farbraum, Drucker das CMYK (cyan-magenta-gelb-schwarz) Farbmodell um Farben darzustellen.

Drucker kalibrieren - Brother
Obgleich Brother Drucker nicht gerade bekannt dafür sind von Fotografen oder professionellen Werbegrafikern eingesetzt zu werden, kann durch eine Farb-Kalibrierung auch hier die Farbsättigung und damit das Druckbild optimiert werden.
Abhängig davon ob der Standard-Druckertreiber oder der BR-Script Druckertreiber genutzt werden, erfolgt die Kalibration über den Status-Monitor oder den Drucker selbst.
Windows Nutzer öffnen die Druckeinstellungen und über einen Rechtsklick den Reiter „erweitert“, sowie "andere Druckoptionen“.
Unter dem Reiter „Druckerfunktionen“ wählt man „Farbkalibration“ und dann „Farbkalibration starten“. Beim Punkt „Kalibrationsdaten verwenden“ muss ein Häckchen gesetzt sein. Sobald über „ok“ bestätigt wird, wird die aktuelle Farbkalibration verwendet.

Drucker kalibrieren - Canon
Über die Drucksoftware des Canon Druckers wird das Farbmanagement an die individuellen Anforderungen eingestellt. Die Daten können auch auf den Bildschirm übertragen werden, um die Farben zwischen Bildschirmanzeige und Druckergebnis in hohem Maße anzugleichen.
Alternativ dazu kann die Kalibrierung auch gleich als ICC-Profil abgespeichert werden.

Drucker kalibrieren - Epson
Bei einem Epson Drucker werden im ersten Schritt die Grautöne kalibriert. Dazu wird auf einem Blatt ein Dreieck mit verschiedenen Grautönen ausgedruckt. Danach erfolgt die Farbfeinabstimmung, wobei es wichtig ist, dass die Grundfarben besonders farbgetreu wieder gegeben werden. Bei jeder neuen Papierart, gleich ob sie sich in Farbe oder Oberflächenbeschaffenheit unterscheidet, muss der Drucker neu kalibriert werden.

Drucker kalibrieren - HP
Nachdem beim HP Drucker das Tool zur Erstellung des ICC-Profils gestartet wurde, wird ein Testbild auf dem Bildschirm ausgegeben. Dieses Testbild wird mittels eines Spektral-Kolorimeters ausgewertet. Mit den erhaltenen Daten wird ein passendes ICC-Profil erstellt.

Drucker kalibrieren mit Freeware

Gimp beispielsweise nennt sich ein Freeware Programm zur Bildbearbeitung mit dessen Hilfe ICC-Profile erstellt werden können. Unter dem Punkt „Farbverwaltung“ stehen die Auswahlmöglichkeiten „keine Farbverwaltung“ - „Farbkorrigierte Darstellung“ und „Drucksimulation“ zur Verfügung.
Hier kann zwischen einem RGB und einem CMYK-Profil ausgewählt werden. Unter anderem können hier weitere Farbanpassungen vorgenommen werden, wie die Farbsättigung. Nach Erstellung des ICC-Profils kann dieses für die Druckausgabe verwendet werden.

Ein kostenpflichtiges Programm für die farbgetreue Wiedergabe ist Adobe Lightroom.

Achtung: Sind ICC-Profile auf Basis von Original-Tinte erstellt worden, kann der Einsatz alternativer Tinten dazu führen, dass die Druckergebnisse nicht mehr exakt mit der am Bildschirm angezeigten Farbe übereinstimmen. Der Grund sind Unterschiede in der Farbzusammensetzung der originalen und alternativen Tinte.
Ferner ist zu beachten, dass gemessene Farbwerte sich nicht automatisch an veränderte Umgebungsbedingungen übertragen lassen. Hat der Spektral-Kolorimeter bestimmte Werte in einer bestimmten Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit berechnet, weicht das Druckergebnis bei einer Veränderung dieser Bedingungen ab. Das ICC-Profil muss neu erstellt werden.


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