Die Zukunft des Druckens

Was waren das für Zeiten als die ersten Laser- und Tintenstrahldrucker auf den Markt kamen. Hersteller konnten sich vor der Nachfragewut durch Unternehmer und Privatleute kaum retten. Privatanwender brachten Texte und Bilder mit Wonne zu Papier, Unternehmer waren vom sauberen und zügigen Druck begeistert. Das Ende der Schreibmaschine wurde eingeläutet. Viele Nadeldrucker wurden durch Tintentrahldrucker oder Laserdrucker ersetzt. Doch spätestens mit Einführung des Smartphones gab es einen deutlichen Rückgang, um nicht zu sagen Einbruch, bei Geräten und Verbrauchsmaterialien.

Die Digitalisierung im Privatleben

Die Einführung von Email, Cloud, Smartphone und Tablet hat vor allem im privaten Bereich dazu geführt, dass immer weniger Vorlagen in Text und Bild ausgedruckt werden. So ist in den letzten Jahren der Verkauf spezialbeschichteter Fotopapiere, von Druckern und auch klassischer Fotoapparate drastisch zurück gegangen. Warum auch nicht, wenn digitalisierte Medien ebenso, oder sogar besser, über digitale Hilfsmittel wie z.B. Smartphone und Konsorten abgearbeitet werden können. Familie und Bekannte freuen sich über Bilder und Textmitteilungen, die nicht nur brillant wieder gegeben, sondern auch schnell übermittelt werden. Ein lustiges Urlaubsfoto kann Freunden fast ohne zeitliche Verzögerung zur Verfügung gestellt werden, ohne auf die Heimkehr warten zu müssen.

Digitalisierung in der Wirtschaft

Immer mehr Unternehmen befürworten die Einreichung von Bewerbungen in digitaler Form. Übersichtlichkeit und schnelle Zugriffsmöglichkeiten spielen hierbei für den Personalentscheider eine wichtige Rolle. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass einzelne Fachbereiche mit immer mehr Aufgaben konfrontiert werden. So müssen Arbeitsabläufe ständig optimiert werden, um anfallende Arbeiten auch bewältigen zu können. Rechnungen und Lieferpapiere werden zum großen Teil bereits per Email zugestellt. Die Archivierung von Geschäftsdokumenten erfolgt nicht mehr im klassischen Ordner oder einer Hängeregistratur, sondern über Speichermedien wie beispielsweise dem Magnetband oder einer Festplatte. Auch staatliche Einrichtungen sind auf den digitalen Zug aufgesprungen. So verlangt das Finanzamt die Übermittlung der Steuererklärung in elektronischer Form, sofern es sich um Einkünfte eines Gewerbebetriebs, selbstständiger Arbeit, oder Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft handelt. Es sei denn es ist nachweislich belegbar, dass diese Art der Zustellung unzumutbar ist, wie es bei dem ein oder anderen Kleinunternehmen der Fall sein kann. Die private Steuererklärung ist hiervon ausgenommen und kann bislang in elektronischer wie auch in Papierform erfolgen. Bedeutet das jetzt dass wir unsere Drucker entsorgen können, weil sie nutzlos geworden sind ?

Wie sieht die Zukunft des Druckens aus ?

Mitnichten können wir uns bereits jetzt von dieser Technologie verabschieden. Denn ab und an wird ein Dokument in Papierform eventuell noch mit originaler Unterschrift eingefordert. Der ein oder andere Anwender schwört immer noch auf ein gedrucktes physisch greifbares Ergebnis, auch wenn es hier und da auch anders ginge. Das Schicksal das die Schreibmaschine ereilt hat, dürfte hier also noch eine ganze Weile lang auf sich warten lassen. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich der digitale Trend in Zukunft noch verstärken wird und Tintenstrahl- und Laserdrucker immer weiter in den Hintergrund treten werden. Und dann ist da noch die 3D Druck Zukunftstechnologie, die noch in den Kinderschuhen steckt, aber ein enormes Potential aufweist.

3D Druck oder die Industrie 4.0

Entgegen den „alten“ Drucktechnologien setzt 3D Druck auf die Herstellung von Gegenständen, wie sie sonst über die Industrie erfolgen. Ersatzteile, Spielzeug, künstliche Fingernägel, Beinprothesen, medizinische Instrumente, und sogar komplett gedruckte Wohnhäuser können bereits jetzt über 3D Drucker realisiert werden. So hat bereits im Jahr 2015 das chinesische Unternehmen Qingdao Unique Augenhornhaut und Hautgewebe über einen 3D Drucker aus biologischem Material hergestellt. Das Yonsei University Health System aus Südkorea gab 2018 bekannt, ein künstliches Auge von so hoher Qualität hergestellt zu haben, dass es bis 2020 bereit zur Kommerzialisierung sein soll. Nicht nur der medizinische Bereich, sondern auch z.B. das Baugewerbe könnte von dieser Entwicklung enorm profitieren. Allein schon im Hinblick auf den seit Jahren herrschenden Wohnungsmangel. In Estland haben laut einem Bericht der dortigen Universität Tartu zwei Wissenschaftler eine Methode entwickelt mit einer Weiterentwicklung von Ölschieferasche als Bindemittel und gemahlenem Torf den Rohbau eines Hauses zu drucken. Die bei Kontakt mit Wasser basisch reagierende Ölschieferasche wird als gefährlicher Abfall eingestuft. Diese Eigenschaft wurde im Rahmen der Weiterentwicklung des Materials entschärft, so dass es als für die Umwelt unbedenklich eingestuft wird. Die Kosten für die Herstellung eines 100-150qm großen Rohbaus lagen bei etwa 5000 Euro, also etwa 10 Mal niedriger als beim traditionell durchgeführten Rohbau. Der Drucker ist also noch lange nicht tot - auch wenn er künftig für andere Zwecke als das zweidimensionale Drucken eingesetzt werden dürfte. Man darf gespannt sein welche Möglichkeiten sich in Zukunft noch eröffnen werden und wie sich unser tagtägliches Leben dadurch verändern wird.


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